Wassersport an der Côte du Midi: Analyse einer Branche in voller Strukturierung

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Eine über ein Jahr an der Côte du Midi durchgeführte Umfrage liefert eine detaillierte Bestandsaufnahme der Wassersportpraktiken an dieser Küste des Departements Aude. Mit einer geschätzten wirtschaftlichen Gesamtwirkung von 101 Millionen Euro bestätigt sich der Wassersport als wichtiger Hebel für die Beschäftigung, die touristische Attraktivität und die Strukturierung des Territoriums.

Die Côte du Midi als Messlabor für die Auswirkungen des Wassersports

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Ein Jahr lang führte das Fremdenverkehrsamt der Côte du Midi eine umfassende Feldstudie über Wassersportarten durch und sammelte über 4500 Antworten. Die Studie zielte auf ein Gebiet von Leucate bis Saint-Pierre-la-Mer ab und untersuchte alle mit dem Wassersport verbundenen Disziplinen, die sich über eine Strandlänge von 50 Hektar erstrecken. Die Initiative liefert neue Erkenntnisse über den Sektor an dieser Küstenlinie des Departements Aude.

Wirtschaftliche Auswirkungen, die auf 101 Millionen Euro beziffert werden

Die Ergebnisse zeigen, dass der direkte Umsatz, der durch den Wassertourismus generiert wird, 17 Millionen Euro pro Jahr beträgt. Dieser Betrag erhöht sich auf 101 Millionen Euro, wenn man die indirekten Auswirkungen im Zusammenhang mit Unterkünften, Restaurants und damit verbundenen Dienstleistungen mit einbezieht. Das Gebiet zählt 145 aktive Strukturen (Unternehmen und Vereine), die jährlich mehr als 50.000 Sitzungen in allen Disziplinen organisieren.

In Bezug auf die Beschäftigung stellt der Sektor 300 feste Arbeitsplätze, die jede Saison durch etwa 824 Saisonarbeitsplätze ergänzt werden, was die strukturierende Rolle des Wassersports in der lokalen Wirtschaft bestätigt.

Das dominierende Gewicht der Gleitsportarten

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Die Sportarten Kitesurfen, Windsurfen und Foiling machen 67 % des Umsatzes im Wassertourismus aus. Die meisten dieser Sportarten werden von einer CSP+-Klientel (leitende Angestellte und Manager) ausgeübt und stellen ein Premium-Angebot dar, das mit der Suche nach Erholung und der Nähe zu natürlichen Elementen in Verbindung steht. Diese Sportler sind auch diejenigen, die sich vor Ort ausrüsten und so die lokale Handelskette unterstützen.

Eine gemischte und familiäre Besucherschaft

Die Studie unterstreicht die geografische Vielfalt der Besucher. Während die Toulouser eine regelmäßige Kundschaft darstellen, lassen sich Schweizer und Belgier ab März nieder, oft mit Wohnmobilen oder gemieteten Fahrzeugen, und konsumieren aktiv in der Gegend (bis zu fünf Mahlzeiten pro Woche im Restaurant). Eine weitere bemerkenswerte Tatsache ist die zunehmende Mitgliedschaft der Einheimischen in Clubs an der Côte du Midi, entweder für sich selbst oder um ihre Kinder während der Schulferien in Kurse einzuschreiben.

Strukturierung des Angebots und territoriale Planung

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Für die Gebietskörperschaften und Infrastrukturbetreiber bieten diese Daten einen Hebel für die Planung. Sie ermöglichen es, Investitionen zu priorisieren, Touristenströme zu antizipieren und die Infrastruktur anzupassen (Rampen, Duschen, Parkplätze, Beschilderung, Empfangsbereiche). Diese Strukturierung beruht auch auf der Aufwertung der Küstenidentität, die stark vom Meer und vom Wind geprägt ist, wie die wiederkehrenden Gleitsportarten zeigen.

Mit dieser neuartigen Datenbank verfügt die Côte du Midi über eine zuverlässige Grundlage für die Planung einer touristischen Entwicklungsstrategie, die sich auf Wassersportarten konzentriert. Ein nächster Schritt könnte darin bestehen, die Entwicklung der Verhaltensweisen angesichts der klimatischen Herausforderungen, der Sättigung der Standorte oder auch des Bedarfs an ökologisch konzipierten Infrastrukturen zu messen. All dies sind Ansätze, um die Zukunft des Wassersports an dieser Mittelmeerküste zu gestalten.